Jürgen

Hallo, erst mal möchte ich mich vorstellen. Mein Name ist Jürgen, ich bin 56 Jahre alt und von Beruf bin ich Drucker.

Hobbys sind Airbrush und digitales Malen. Zum Beginn meiner Krankheit habe ich einer Druckerei die Etiketten herstellt gearbeitet. Und nun zu meiner Geschichte..........

27.November 2011 Nachtschicht, irgendwie bin ich schlapp und matt, ich glaube ich bekomme ne Erkältung und dann dieses kribbeln in den Beinen, was ist das denn, gegen vier Uhr nachts beende ich dann die Schicht. Ab nach Hause und dann zu Arzt. Der nimmt erst mal Blut ab und überweist mich zum CT und Oberkörperröntgen und erst mal eine Woche krankgeschrieben.

Blut ,CT und Röntgen unauffällig, aber das Kribbeln in den Beinen bleibt, wird aber schlimmer.
Mir passiert es sogar das mir die Beine wegbleiben und ich einfach umfalle, mein Arzt mein nur, wir nehmen nochmal Blut ab und dann sehen wir mal.

Dann kommt der 11.Dezember. Am Tag zuvor wurde das gehen immer schwieriger, ich konnte mich immer schwerer auf den Beinen halten, eigentlich wollte ich noch Lotto abgeben aber ich trau mich nicht mehr los. Als meine Frau dann abends von der Schicht kommt kann ich mich nur noch auf dem Hosenboden bewegen.
Auch kann ich seit zwei Tagen nicht mehr aufs Klo, ich muss zwar aber es kommt nichts. Am nächsten Morgen geht dann nichts mehr, ich spüren meine Beine nicht mehr bis hin zur Brust. Irgendwie komm ich aus dem Bett und mir Hilfe meiner Frau schleppe ich mich zu Sofa. Gegen 14.30 Uhr kommt dann der ärztliche Notdienst, kann mir aber nicht helfen und sagt mir nur ich müsse ins Krankenhaus. Kleine Geschichte nebenbei, irgendwann sagte der Arzt ich solle mal die Arme ausstrecken und meinte dann ich sei Alkoholiker weil ich so zitterte. Meine Frau rastete fast aus, denn ich trinke seit Jahren keinen Alkohol mehr und es war mittlerweile 15.00 Uhr und wenn ich Alki wäre , wäre ich jetzt schon dicht, aber das nur nebenbei. Also ab in Krankenhaus nach Reinbek bei Hamburg. Dort werde ich in der Notaufnahme untersucht und ein Katheder gelegt und schon hört das zittern in den Händen auf. Leider können die Ärzte mir hier nicht weiterhelfen, also überweisen sie mich ins Marienen Krankehaus nach Hamburg, die haben dort eine Neurologische Abteilung.
In den nächste Tagen dann CT, MRT, Blut abnehmen und Rückenmarksflüssigkeit entnehmen, das dann noch zweimal. Es stellt sich heraus das ich wohl einen Tumor, TBC, eine Entzündung im Rückenmark habe, ach ja und Lungenemboli kommt auch noch dazu.

Ich habe das Gefühl, ich sollte aufstehen und gehen, das gibt doch gar nicht und alles auf einmal, ich bin am Verzweifeln. Vor allen beim Tumor geht mir der A..... auf Grundeis, denn mir wird gesagt das in Eppendorf schon ein Platz für die Chemo bereitsteht.
Zu meiner Beruhigung stellt sich aber heraus das der Tumor nach Gegentest sich nicht bestätigt. Also bleibt die TM, die Lungenembolie und TBC. Gegen das TBC bekomme ich Unmengen an Antibiotika und gegen die Emboli diese netten Strümpfe.
Auch kann ich die Zehen wieder bewegen, zwar nur wenig aber es kommt wieder Bewegung in die Beine.
Am 23. Januar 2012 geht dann in die Reha nach Bad Bramstedt. Hier stellt sich dann heraus, das ich Tabletten gegen die TBC gar nicht mehr brauche, weil die TBC nicht mehr nachweisbar ist. Danach geht’s mir besser. Zuerst geht’s mal in den Rollstuhl, denn laut meines Therapeuten bleibt hier keiner im Bett liegen und mit dieser neuen Freiheit kann ich erst mal wieder eine rauchen gehen und frisch Luft atmen bin wieder beweglich. Mein Ziel ist es nun, ich bin hier liegend reingekommen und ich geh hier auf meinen Beinen wieder raus.

Die Wochen vergehen und durch das täglich Training wird es immer besser, ich komme schon alleine aus dem Rolli ins Bett und wieder zurück, erste Versuch mit dem Stehbrett, eine Vorrichtung mit der man mittels Kran aus dem Roll in die Senkrechte gezogen wird, ich kann wieder Stehen. Dann kommt der hohe Gehwagen und die ersten Schritte sind zwar noch wie eine besoffene Ente auf Speed, aber es geht voran, ich könnte Heulen vor Freude.

Nächster Schritt ist dann der Rollator, das Gehen wird immer besser und die Selbständigkeit kehrt zurück, ich brauch immer weniger die Hilfe des Pflegepersonals. Jetzt noch der Katheder weg, ich kann wieder allein auf die Toilette, kleine Wehmutstropfen meine Prostata hat sich vergrößert und wenn ich muss habe ich circa 20 Sekunden Vorwahrnzeit, wenn ich dann kein Klo habe, geht’s in die Vorlage und ich muss wechseln. Das ist bis heute so, bekomme aber Tabletten dagegen.

Als nächstes kommen die Gehilfen und am 12.Mai 2012 kann ich die Reha auf meinen eigenen Beinen verlassen.

Jetzt Reha zu Hause, zum Neurologen, Urologen und Hausarzt ( habe mir neuen gesucht, weil ich glaube der alte hat mich falsch behandelt, lasse ich durch die Krankenkasse prüfen) .Ich habe 5 Monate im Krankenhaus und Reha verbracht und wohin der Weg geht weiß ich noch nicht. In meinem Beruf werde ich wohl nicht wieder arbeiten können, da ich keine 8 Std. stehen kann und ich mit 56 Jahren kein Umschulung mehr bekomme. Job ist auch weg, da meine Firma meinen Zeitvertrag nicht verlängert hat.

Wie der Titel eines Songs der der Gruppe Jetro Tull " To Old To Rock ́n Roll, To Young To Die"

Bis dann erst mal, werde im Forum berichten wie es weitergeht.