Marie

Hallo zusammen, ich bin Marie, 22 Jahre alt und Psychologiestudentin. Ich wollte euch gerne meine Krankheitsgeschichte erzählen.

Bei mir fing alles im August 2005 an. Ich war damals gerade 13 Jahre alt. Mir ging es bis dahin super, ich hab aktiv Triathlon gemacht. Bei mir kam alles ziemlich schnell. Ich bin nachts mit unglaublich starken Rückenschmerzen und zuckenden Beinen aufgewacht. Nur eine Stunde später konnte ich schon nicht mehr gehen, meine Beine sind einfach weg geknickt. Das war der Moment in dem meine Eltern mich ins Krankenhaus gebracht haben. In den nächsten Stunden haben sich die Symptome noch verstärkt. Ich hab die Kontrolle über meine Blase verloren, konnte meine Füße, Beine und Hüfte nicht mehr bewegen und hab in diesen Körperbereichen auch nichts mehr gespürt. Also wirklich gar nichts. Dadurch dass ich noch ziemlich jung war und das ganze nun auch schon fast 10 Jahre her ist, kann ich mich nicht genau an alle Untersuchungen erinnern, die man an mir durchgeführt hat, aber es waren verdammt viele.

Glücklicherweise wussten die Ärzte relativ schnell, was los war. So bekam ich die Dianose Myelitis transversa acuta. Mir wurden hohe Dosen Cortison gegeben. Mein Zustand hat sich ziemlich schnell verbessert. Nach etwa 5 Tagen konnte ich schon wiederetwas in meinen Beinen fühlen. Ich konnte zwar noch nicht einordnen, ob etwas heiß oder kalt, weich oder hart etc war, aber mit jedem Tag ging mehr. Langsam hab ich auch wieder gelernt meine Beine zu bewegen. Insgesamt war ich 2 Wochen im Krankenhaus bevor ich stationär in eine Reha-Klinik gekommen bin. Dort war ich auch nochmal 5 Wochen bevor ich nach Hause zu meiner Familie durfte und nur noch ambulant in eine Reha-Klinik musste. In den folgenden Jahren bin ich auch immer noch regelmäßig zur Krankengymnastik gegangen und hab gleichzeitig wieder langsam mit dem Triathlon Training angefangen. Es hat viel Zeit, Schweiß und Tränen gekostet, aber schon nach nur 6 Wochen konnte ich wieder gehen, Treppen steigen, meine Blase kontrollieren und irgendwann auch rennen. Im Dezember 2005 (also keine 4 Monate nach Krankheitsbeginn) konnte ich schon wieder mit meiner Familie Ski fahren und 2014 bin ich sogar einen Marathon gelaufen. Gut, keine Bestzeit, aber ich bin trotzdem verdammt stolz drauf. Mir geht es heute im Prinzip wieder komplett gut. Ich laufe offensichtlich noch etwas „unrund“, sprich ich laufe meine Schuhe ganz seltsam ab. Besonders wenn ich müde bin oder es eilig hab, stolpere ich viel und meine Beine zucken manchmal komplett grundlos. Aber ich kann alles machen, was jeder gesunde Mensch auch kann. Vielleicht sogar noch mehr.

Liebe Grüße und gute Besserung euch allen.

Marie